Kongress „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ am 20.05.2010 in Karlsruhe - Seine Rechte kennen und umsetzen

Über das eigene Leben selbst bestimmen und selbst entscheiden, wo und mit wem man wohnen möchte, wer wollte das nicht für sich in Anspruch nehmen. Dass dieses Grundrecht auch für Menschen mit Behinderungen gilt, stellt die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ klar, welche vor etwas mehr als einem Jahr von Deutschland ratifiziert wurde und seitdem hierzulande verbindlich gilt.
Doch Selbstbestimmung und das Einfordern von Bürgerrechten setzt zunächst einmal die Kenntnisse dieser Rechte voraus. Diese zu verbessern, hat die Liga der freien Wohlfahrtsverbände einen Kongress ausgerichtet, der sich vor allem an Menschen mit Behinderungen selbst richtete. Birgit Wiloth-Sacherer, stellvertretende Vorsitzende der Liga, machte bei der Veranstaltung in der Akademie des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands in Karlsruhe deutlich, dass zur Verwirklichung der in der UN-Konvention verbrieften Rechte behinderter Menschen noch einiger Handlungsbedarf bestehe, z.B. was Barrierefreiheit, also die Zugänglichkeit von Orten und Informationen für alle Menschen betreffe. „Um diese zu verbessern, brauchen wir nicht nur Rampen und Aufzüge, sondern unter anderem auch Gebärdendolmetscher, leichtere Orientierungssysteme oder Hinweistafeln in Blindenschrift“. Am Beispiel der Verwendung einer leichten Sprache, welche für Menschen mit Lernschwierigkeiten wichtig ist, wird deutlich, dass eine barrierefreiere Gesellschaft eigentlich für alle Menschen besser ist. Das hob Henrik Nolte, Mitarbeiter des bundesweiten Netzwerks „Mensch zuerst“, einer Selbstvertretungsorganisation von Menschen mit Lernschwierigkeiten, in seinem Referat hervor – gehalten selbstverständlich in leichter Sprache.
Beim Kongress wurden unter aktiver Einbeziehung der mehr als 250 Teilnehmer verschiedene Aspekte eines selbstbestimmten Lebens und der gleichberechtigten Teilhabe behinderter Menschen diskutiert: Dabei ging es unter anderem um „inklusive Bildung“, also die Möglichkeit zum Besuch der allgemeinen Schulen durch behinderte Kinder, um Teilhabe an Arbeit und an Freizeitangeboten. Besonders gefragt war der Workshop „Wohnen, wo und mit wem ich will“, ganz offensichtlich ein Anspruch, der in der Lebenswirklichkeit behinderter Menschen in unserem Land noch lange nicht verwirklicht ist.

 

 

 

 

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