Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz: Patientenwünsche müssen an erster Stelle stehen

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Stuttgart, 11.09.2019 Zur heutigen Anhörung zum „Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz (RISG)“ von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußert sich Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg wie folgt:

Der Gesetzesentwurf „Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz (RISG)“ sieht vor, dass die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen mit Langzeitbeatmungen im Anschluss an eine Akutbehandlung im Krankenhaus und Heimbeatmungen nur in einer vollstationären Pflegeinrichtungen oder in speziellen Intensivwohneinheiten erfolgen kann und nur noch in Ausnahmefällen im häuslichen Umfeld.

„Ältere pflegebedürftige Menschen mit Langzeitbeatmung im Anschluss an eine Akutbehandlung im Krankenhaus und Heimbeatmung würden durch das Gesetz in ihrer Selbstbestimmung massiv eingeschränkt“, erklärt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „In der Regel sind diese Menschen ohnehin schon infolge ihrer Erkrankung und der Beatmungstechnik in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt. Jetzt soll ihnen auch noch das Wohn- und Wahlrecht auf den Aufenthaltsort entzogen werden“, so Wolfgramm weiter. Es sei ein Irrglaube, dass diese Menschen ihre Umgebung nicht mehr wahrnehmen könnten. Ganz im Gegenteil: Deshalb gehe die Tendenz in der Medizin seit Jahren dahin, Patient*innen mit „Langzeit“- Atemunterstützungsbedarf wach zu beatmen, so die Vorstandsvorsitzende.  

Die Pressemeldung des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes zum Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz finden Sie unter https://www.der-paritaetische.de/presse/reha-und-intensivpflege-staerkungsgesetz-patientenwuensche-muessen-an-erster-stelle-stehen/   

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