Versorgungssicherheit solidarisch finanzieren

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AWO zum Tag der Patientensicherheit am 17.09.2019.

Berlin, den 17.09.2019. Der AWO-Bundesverband setzt sich für eine Deckelung der Eigenanteile pflegebedürftiger Menschen ein. Die anstehenden Mehrkosten durch die politischen Maßnahmen, unter anderem aus der Konzertierten Aktion Pflege, dürfen nicht durch die Betroffenen gezahlt werden. Versorgungssicherheit muss in einem solidarischen System von der Gemeinschaft hergestellt werden.

Dass in der Pflege Personalmangel herrscht, ist lange bekannt. Der Mangel ist da, spürbar für alle Beteiligten und auf allen Ebenen. Und auch die Prognosen versprechen alles andere als Linderung. Berechnungen nach dem Pflegereport 2019 weisen bereits für 2030 einen Mehrbedarf von 130.000 Pflegekräften aus.

Dazu erklärt Brigitte Döcker, Mitglied des AWO Bundesvorstandes: „Wenn wir über die Sicherheit von pflegebedürftigen Menschen sprechen, reichen punktuelle Maßnahmen wie Beschwerdemanagements oder Schulungen nicht aus. Das Problem ist strukturell: Gerade im ländlichen Raum ist es für viele Pflegebedürftige immer schwieriger, einen ambulanten Pflegedienst oder einen Platz in einer Pflegeeinrichtung zu bekommen. Laufende Verträge werden gekündigt, Neuverträge gar nicht erst abgeschlossen, da die Einrichtungen an den Kapazitätsgrenzen angekommen sind. Dies schafft Unsicherheiten bei den Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, und ist letztlich auch ein Risikofaktor für die Sicherheit der Betroffenen. Das klare Fazit: Wir brauchen mehr qualifiziertes Pflegepersonal und bessere Arbeitsbedingungen, um Versorgungssicherheit für Pflegebedürftige zu schaffen. Die angestrebten Maßnahmen gegen den Personalmangel in der Pflege sind wichtig und gut. Die Kosten hierfür dürfen jedoch nicht zu den bereits stark belasteten Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen durchgereicht werden. Pflege darf nicht arm machen. Daher müssen die Eigenanteile in der Pflege umgehend begrenzt werden.“

Diese Grundbedingung zu gewährleisten, kostet neben viel Engagement und Einsatz aller beteiligten Akteure auch sehr viel Geld. Geld, das nach dem jetzigen System allein durch die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen aufgebracht werden muss. Im Bundesdurchschnitt betrugen die monatlichen Kosten für eine vollstationäre Unterbringung insgesamt 1830 Euro – Tendenz steigend.
Um die Politik endlich zum Handeln zu bewegen, hat die AWO Anfang des Jahres 74.000 Unterschriften gesammelt und eine Petition zur Begrenzung der Eigenanteile in der Pflege eingereicht.

i.A. Jennifer Rotter
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