PARITÄTISCHER und Kinderschutzbund fordern eine Kindergrundsicherungsleistung

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Stuttgart 20.09.2019 Am Weltkindertag fordern der PARITÄTISCHE und der Kinderschutzbund in Baden-Württemberg die Einführung einer Kindergrundsicherung. Pauschale Sozialleistungen für Kinder sollten dabei in einer Kindergrundsicherungsleistung zusammengeführt werden, erklären die Verbände. Nur so könne Kinderarmut wirksam bekämpft und vergleichbare Bildungschancen für alle Kinder geschaffen werden.

„Was wir brauchen, ist eine Kindergrundsicherungsleistung, in der alle anderen Sozialleistungen wie Kindergeld, Kinderzuschlag, Bildungs- und Teilhabepaket sowie Kinderfreibetrag zusammenfließen, erklärt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Das bürokratische Nebeneinander von Transferleistungen, die auch noch gegen andere Sozialleistungen in Abzug gebracht werden, ist kein wirksames Mittel gegen Kinderarmut. Die finanzielle Situation von Familien darf nicht länger Gradmesser für Chancengerechtigkeit und Bildungserfolg sein“, so die Vorstandsvorsitzende.

„Es ist bekannt, dass Kinderarmut von Generation zu Generation weitergegeben wird, ohne dass die Kinder eine Chance haben, diesen Kreislauf zu durchbrechen“, betont Christa Holtzhausen, stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes Landesverband Baden-Württemberg. „In einem so reichen Land wie Deutschland und auch Baden-Württemberg darf es nicht sein, dass rund jedes fünfte Kind in Armut aufwächst. Besonders gefährdet sind Kinder von Alleinerziehenden. Für unsere Gesellschaft ist das ein Armutszeugnis!“, so Holtzhausen weiter. „Alle politischen wie zivilgesellschaftlichen Kräfte sollten ein großes Interesse daran haben, Kindern ein Aufwachsen in sozialer Sicherheit zu bieten. Soziale Sicherheit ist nach der UN-Kinderrechtskonvention das Recht jedes Kindes“, mahnt die Vorsitzende.

Die Verbände begrüßen die von der Landesregierung geplante regelmäßige Aktualisierung der Kerndaten des Armuts- und Reichtumsberichts des Landes aus dem Jahr 2015. Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Anhand der so erhobenen Zahlen werde ein Monitoring möglich sein, auf dessen Grundlage dann aber zwingend auch gehandelt werden müsse.

Der PARITÄTISCHE und der Kinderschutzbund sind Mitglied im Bündnis „Kindergrundsicherung“ auf Bundesebene. Ziel ist die konsequente Bekämpfung von Kinderarmut. Weitere Infos unter www.kinderarmut-hat-folgen.de



Hina Marquart M.A.
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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