Internationaler Tag der Pflege am 12.05.2018

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Paritätischer Wohlfahrtsverband würdigt Engagement aller Pflegenden und fordert weitere kurzfristige Reformschritte
Stuttgart 11.05.2018 Zum „Internationalen Tag der Pflege“ fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg die Pflege, Pflegende und Pflegebedürftige durch die Aufwertung der Pflegeberufe, den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer solidarischen Bürgerversicherung und eine altersgerechte Infrastruktur in den Kommunen zu stärken. Der Verband begrüßt die in der Umsetzung befindlichen Pflegestärkungsgesetzte. Hier müssten jedoch weitere kurzfristige Reformschritte folgen. Dafür solle sich das Land auch auf Bundesebene einsetzen.
„Zur Verbesserung der Arbeitssituation von Pflegekräften ist ein Personalsofortprogramm aus Mitteln des Pflegevorsorgefonds ein wichtiger Schritt. Damit ist es aber leider nicht getan. Das Pflegepersonal muss vor allem auch im Alltag entlastet werden“, erklärt Achim Uhl, Bereichsleitung „Ältere Menschen und Pflege“ beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg. „Dazu brauchen wir bis zur Festlegung eines einheitlichen Personalbemessungssystems übergangsweise einen bundeseinheitlichen Personalschlüssel, der sich am gegenwärtig höchsten Personalrichtwert der Bundesländer orientiert“, so Uhl weiter.
Zur finanziellen Entlastung der Pflegebedürftigen fordert der Verband den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer solidarischen Bürgerversicherung. Die Pflegeversicherung solle grundsätzlich 85 Prozent der Kosten für ambulante, teilstationäre und stationäre Pflegeleistungen übernehmen. Der Eigenanteil könne sich dann auf 15 Prozent vermindern. Wenn Angehörige weiterhin Pflege und Betreuung sicherstellten, könnte er komplett wegfallen.
Auf Landesebene sieht der Verband die Notwendigkeit einer integrativen kooperativen Sozialplanung: „Zur Stärkung der Kommunen in der Pflege ist die Einführung eines Infrastruktur-Monitorings im Landespflegegesetz erforderlich. Nur so kann eine verlässliche empirische Datengrundlage geschaffen werden, um tragfähige politische Entscheidungen zur Bestands- und Bedarfsanalysen von Hilfe- und Unterstützungsangeboten bezogen auf Sozialräume zu treffen“, ergänzt Uhl.

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

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