Weltflüchtlingstag am 20.06.2018

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Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert einen humanitären Umgang mit Geflüchteten und ein faires und transparentes Einwanderungsgesetz

Stuttgart 20.06.2018  
Zum heutigen Weltflüchtlingstag fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg e.V. den Schutz von Geflüchteten als Menschenrecht und zudem ein faires und transparentes Einwanderungsgesetz, welches die gesteuerte Einwanderung gesetzlich verankert.

„Wir müssen endlich anerkennen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und dafür einen rechtlichen Rahmen schaffen. Statt die Flüchtlingspolitik zum Spielball eines Parteienstreits von CDU und CSU zu missbrauchen, benötigt Deutschland dringend ein neues Verständnis von Einwanderung und Integration. Geflüchtete, die bei uns Schutz und neue Perspektiven suchen, sind auf faire und transparente Asylverfahren angewiesen. Außerdem wird eine Gesetzgebung, die sowohl die Einwanderung als auch die Integration ohne große Hürden ermöglicht und die Chancen, die sich hieraus ergeben erkennt, immer dringlicher. Dieser Forderung wird von einer großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung geteilt. Fürsprecher gibt es sowohl in der Wirtschaft als auch in der Landespolitik“, erklärt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. 

Generell fordert die Vorstandsvorsitzende, dass die Bedingungen für die Einwanderung nicht so ausgestaltet sein dürfen, dass nur Hochqualifizierte nach Deutschland kommen können. „Wir brauchen aufeinander abgestimmte Gesetze, die es auch ermöglichen, aus dem Asylverfahren oder dem Duldungsstatus heraus in den Arbeitsmarkt zu wechseln und eine dauerhafte Bleibeperspektive zu erhalten. Zudem brauchen wir Regelungen, die es verhindern, dass Menschen, die bereits erfolgreich in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt integriert wurden, einfach abgeschoben werden können“ so Wolfgramm weiter.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert von der Politik, endlich zu handeln. „Wenn wir gelingende Integration wollen, dürfen wir das Thema nicht länger den Populisten überlassen. Zusätzlich ist es ein Gebot der Humanität, dass Deutschland sich in deutlich höherem Umfang als bisher, an „Resettlement-Programmen“ beteiligt. Jetzt, da die Flüchtlingszahlen in Deutschland wieder rückläufig sind, ist es eine wichtige Aufgabe, alles zu tun, dass Geflüchtete sich als Mitbürgerinnen und Mitbürger begreifen. Einwanderung ist keine Bedrohung, sondern eine erforderliche und zeitgemäße Bereicherung für unsere Gesellschaft“, so Wolfgramm.

Hintergrundinformation:
Nach Angaben des UNHCR sind derzeit 65 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. 90 Prozent dieser fliehen in Entwicklungsländer und sind nicht auf dem Weg nach Europa. Der Weltflüchtlingstag würdigt Mut, Stärke und Entschlossenheit, den Menschen auf der Flucht aufbringen müssen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband steht für eine demokratische, offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben und Schutz erfahren.

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

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