Mindestlohn: Paritätischer kritisiert Erhöhung als völlig unzureichend

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„Beim Thema Mindestlohn geht es immer auch um das Thema Altersarmut.“

Berlin/Stuttgart 26.06.2018    Als „völlig unzureichend“ kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die leichte Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar 2019 um gerade einmal 35 Cent auf 9,19 Euro, in einem zweiten Schritt zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro.
Die Erhöhung sei selbstverständlich begrüßenswert, erklärt der Paritätische, doch sei der Mindestlohn mit 9,19 bzw. 9,35 Euro armutspolitisch nach wie vor kaum relevant. „Auch durch eine Erhöhung des Mindestlohns um insgesamt 51 Cent ist das eigentliche Ziel noch lang nicht erreicht“, so Deborah Castello, Leitung der Stabsstelle für Grundsatzfragen und Lobbyarbeit beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg. „Ziel des Mindestlohns muss sein, dass Vollzeitbeschäftigte damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können“, so Castello weiter.
Als Maßstab für einen angemessenen Mindestlohn schlägt der Verband die zu erwartende Rente nach 45 Versicherungsjahren vor, die auch bei Mindestlohn oberhalb des Mindestlohns liegen müsse. Nach Auskunft des Bundesarbeitsministeriums wären dies derzeit 12,63 Euro.
„Am Ende geht es beim Thema Mindestlohn immer auch um das Thema Altersarmut“, betont Deborah Castello. „Die Weichen der Alterssicherungspolitik müssen endlich neu gestellt und der Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit und Altersarmut durch eine gerechtere Einkommenspolitik durchbrochen werden“, so Castello abschließend.

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