Pressemeldung "Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien"

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Vergessenen Kindern eine Stimme geben
 
08.02.2019

Suchtprobleme sind immer noch so tabubehaftet, dass Kinder mit diesem Problem im Elternhaus sehr oft allein gelassen werden. Wie kann es sein, dass nicht nur Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn wegschauen, sondern auch professionelle Helfer*innen Suchtprobleme einfach übersehen? Je früher Kinder suchtkranker Eltern Hilfe bekommen, umso eher sind sie vor gravierenden negativen Folgen geschützt.

Die Landesstelle für Suchtfragen fordert deshalb in einem aktuellen Positionspapier, dass man Hilfen und Unterstützungen für Kinder suchtkranker Eltern systematisieren muss. Denn je früher Kinder erfahren, was mit Ihren Eltern los ist und dass sie mit dem Suchtproblem der Eltern nicht allein sind, umso besser sind sie geschützt, diese Belastungen gut zu meistern. „Man darf das nicht dem Zufall überlassen, ob Kinder mit so einer großen psychischen Belastung Hilfe bekommen oder nicht. In Kitas, Schulen und in der Jugendarbeit müssen die Mitarbeiter*innen soweit geschult und sensibilisiert werden, dass sie die Probleme erkennen und handeln können“, fordert Elke Wallenwein vom Diakonischen Werk Württemberg, stellv. Vorsitzende der Landesstelle für Suchtfragen. 

Aber selbst da, wo die Eltern eine Krankheitseinsicht haben und sich in Behandlung begeben, werden die Kinder nicht automatisch unterstützt. Dabei gibt es Erkenntnisse, Konzepte und Erfahrungen, wie wichtig die begleitende Unterstützung der Kinder ist. Sabine Sturm ist Psychologin in der Sucht-Fachklinik Haus Kraichtalblick und weiß aus Ihrer Arbeit zu berichten, dass die Kinder oft viel zu früh zuhause Verantwortung übernehmen und damit eigentlich scheitern müssen. „Es ist unglaublich schön zu erleben, wie die Kinder dann bei richtiger Betreuung und Unterstützung aufblühen und sich wieder trauen, Kind zu sein.“ Die Arbeit mit den sogenannten Begleitkindern einer RehaMaßnahme wird bis heute nicht von den Kostenträgern finanziert. 

Die Landesstelle für Suchtfragen arbeitet seit Jahren kontinuierlich daran, ambulante Gruppenprogramme für diese Kinder überall in Baden-Württemberg zu etablieren. Mit Hilfe der AOK-Baden Württemberg konnten mittlerweile Fachkräfte der Suchtberatungsstellen an über 30 Standorten zu dem Programm TRAMPOLIN geschult werden. Nun gilt es, dass diese Programme vor Ort bekannt und genutzt werden. „Wir müssen permanent dafür in der Öffentlichkeit und besonders in der Jugendhilfe werben. Die Institutionen brauchen immer wieder fachliche Informationen, um die Probleme erkennen zu können damit Hilfe gezielt ansetzen kann,“ berichtet Frau Beck-Götz von der Caritas Suchtberatung in Schwäbisch Gmünd, wo seit 4 Jahr solche Gruppen fortlaufend angeboten werden. 

PRESSEKONTAKT
Christa Niemeier
Referentin für Suchtprävention
Landesstelle für Suchtfragen in Baden-Württemberg 
Stauffenbergstr. 3
70173 Stuttgart
Tel. 0711 - 61 967 - 32
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www.suchtfragen.de

Für die Redaktion:

Positionspapier der Landesstelle für Suchtfragen:  https://www.suchtfragen.de/dokumente/stellungnahmen/2018-09-27_LSS-Stellungnahme-KsE_f.pdf
Webseite zur Aktionswoche:  www.coa-aktionswoche.de
Webseite für Betroffene Kinder und Jugendliche: https://www.kidkit.de/
Webseite zum Gruppenprogramm Trampolin: http://www.projekt-trampolin.de/
Informationen zum Fetalen Alkoholsyndrom: http://www.fasd-deutschland.de/

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

Stauffenbergstraße 3
70173 Stuttgart
Tel  0711 / 619 67 - 0
Fax 0711 / 619 67 - 67